
Seit 1876
Unsere Historie
Fast 150 Jahre Schützentradition in Lothe – von den ersten Schützenfesten bis heute.
Die Anfänge
Das erste Schützenfest 1876
Das erste Schützenfest in Lothe wurde um 1876 gefeiert. Diese Erklärungen stützen sich auf Aussagen älterer Lother Bürger, denn im Landesarchiv in Detmold liegen keinerlei Unterlagen über das Entstehen bzw. Bestehen der Lother Schützengesellschaft vor, da diese kein eingetragener Verein war.
Diese Schützenfeste sollen meistens im Frühjahr stattgefunden haben, weil danach die Ziegeleiarbeiter in die Fremde zogen und erst im Spätherbst wieder nach Hause kamen.
Nachforschungen haben ergeben, dass damals der Freiherr Baron von Kanne, Breitenhaupt, den König geschossen hatte. Da Breitenhaupt aber zur Gemeinde Rolfzen gehörte, nahm der Baron den Königshut nicht an. Heinrich Tölle, Besitzer der Stätte Haus Nr. 15, heute „Am Töllenberg 9“ war zweitbester Schütze.
Der Oberst, Herr Schlüter, genannt „Gerke“, wohnte damals Bergstraße Nr. 60 (heute am Köllerberg Nr. 11). Er ließ die Schützen antreten und sagte:
„Herr von Kanne hat die „Hute“ gewonnen, wills aber nicht annehmen, will den Hut Heinrich Tölle geben. Ich frage Euch, ob Ihr damit zufrieden seid?“
Schelmisch nach der Seite schauend, lachte er: „Wenn Ihr auch nicht zufrieden seid, Tölle kriegt ihn doch.“
Schützenoberst Schlüter, genannt »Gerke«
Somit war Heinrich Tölle Schützenkönig in Lothe. Heinrich Tölle wurde im Jahre 1839 geboren. Er starb am 17. November 1918.

Um 1900
Als die Musik nicht kam
Um das Jahr 1900 war ein Schützenfest, das besonders erwähnt werden soll. Da hat sich folgendes ereignet: Die Musik hatte ein Kapellmeister aus Steinheim (wohnhaft in der Schulstraße), genannt „Moses“, angenommen. Nun waren die Schützen angetreten – aber die Musik kam nicht.
Dann ritt der Oberst nach Steinheim. Der Kapellmeister war nicht zu Hause. Die Frau „Musikuß“, wie man dieselbe nannte, gab Auskunft: Ihr Mann sei von den bestellten Musikern im Stich gelassen worden, aus gewissem Protest gegen den Kapellmeister. Schnell wurde Kontakt mit einem Kapellmeister Julius Benstein aus Bellersen bei Brakel aufgenommen. Der sagte zu und schon wurden Pferde angespannt, um die Kapelle abzuholen.
Das Schützenfest begann zwar etwas verspätet, nahm aber einen guten Verlauf und blieb für immer in bester Erinnerung. Einige Tage später konnte man in der Lippischen Landeszeitung ein Gedicht darüber lesen. Gedichtet wurde es von dem bekannten Dichter Ernst Heiter aus Detmold. Überliefert worden ist der erste Vers.
In Lothe war ein Schützenfest
wovon sich viel erzählen läßt.Die Schützen waren angetreten
und viele Gäste war’n erbeten.Die Mädchen standen in holder Flur.
Die Musikanten fehlten nur.
In weiteren Strophen wurde das ganze Schützenfest geschildert.

Diese Tradition, in Lothe ein Schützenfest feiern zu können, wurde bis heute aufrechterhalten.
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